Klimatechnik

Raumklimatisierung ist kein Luxus mehr
Während die Klimaanlage im Auto fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, gelten Klimageräte in Eigenheim oder Wohnung hierzulande immer noch als verzichtbarer Luxus. Die wenigen heißen Tage wird man doch auch so überstehen! Häufig wird hierbei jedoch übersehen, dass der moderne Baustil heutiger Häuser und Eigentumswohnungen mit großflächiger Verglasung und Fenstern bis zum Boden auch schon bei moderaten Temperaturen eine Aufheizung durch Sonneneinstrahlung begünstigt.
Hinzu kommt: Mehr noch als die Hitze macht uns im Sommer oft die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen. Eine moderne Klimaanlage kühlt die Luft jedoch nicht nur, sondern entzieht ihr auch die Feuchtigkeit. Darüber hinaus reinigen Klimageräte die Raumluft, indem sie in der Luft befindliche Schadstoffe binden und mit dem Kondensatwasser abführen. So tragen Klimaanlagen auf vielerlei Weise zu einem gesunden Raumklima und damit zu Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden bei. Und sind dabei dank moderner Invertertechnik sehr viel stromsparender, als Sie vielleicht denken.


Kühlen – und auch heizen
Die meisten Klimasysteme sind mit Wärmepumpen ausgestattet und können nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Während im Sommer der Innenluft die Hitze entzogen und nach draußen befördert wird, lässt sich dieser Prozess im Winter oder in den Übergangszeiten umkehren: Die Klimaanlage entzieht der Außenluft Wärme und erwärmt damit die Räume. So unterstützt sie Ihr Heizsystem bzw. sorgt dafür, dass Sie die Heizung im Frühling früher ausschalten können und im Herbst erst später wieder einschalten müssen.


Die Heizwärmepumpe
Die Wärmepumpe gehört zu den energetisch und ökologisch effizientesten Heiztechniken, denn mit ihr ausgerüstete Systeme unterschreiten die strengen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich. Diese alternative Wärmeerzeugung ist dem Bereich der technischen Nutzung von erneuerbaren Energien zuzuordnen.
Mit dem Einsatz der richtigen Wärmepumpe lassen sich die Vorgaben der EnEV erfüllen, ohne dass erhebliche bauliche Mehraufwendungen erbracht werden müssen. Die Wärmepumpe entzieht der Luft bei jeder Temperatur bis zu minus 20 Grad die notwendige Wärme und gibt sie an die Wassersysteme im Haus weiter. Das System ist daher unabhängig von Sonnenschein oder Wind. Für die Nutzung der Außenluft muss kein großer Aufwand betrieben werden. Drei Viertel der zum Heizen erforderlichen Energie bezieht die Wärmepumpe kostenlos aus der Umwelt. 25 Prozent Strom benötigt sie für ihren Antrieb, so entstehen insgesamt 100 Prozent Heizwärme.

Klima in Fragen und Antworten
Was besagt die Kälteleistung?

Die Kälteleistung gibt an, wie „stark“ Ihr Klimagerät ist. Anders gesagt, sie gibt an, wie viel Wärme das Gerät maximal aufnehmen und nach draußen „abtransportieren“ kann. Die Kälteleistung eines Klimagerätes muss im gleichen Verhältnis zu der berechneten Raumkühllast (nach VDI2078) stehen und wird in Kilowatt (kW) angegeben. Hier gilt: Mehr ist nicht unbedingt besser. Bei der Auswahl der richtigen Klimaanlage kommt es nicht nur auf das richtige Verhältnis von Raumgröße zu Kälteleistung an, sondern auch auf viele zusätzliche Faktoren. Anzahl und Größe der Fenster, Dicke der Mauern, Geräte und Personen im Raum, zusätzliche Wärmequellen – all das spielt in der Klimaplanung eine entscheidende Rolle.
Energieeffizienzklasse
Bewertungsskala des Energielabels für Elektro-Großgeräte (Raumklimageräte, Kühlschränke, Waschmaschinen usw.) gibt Auskunft über den Energieverbrauch (Strom und Wasser) des Gerätes und über zusätzliche Gebrauchseigenschaften. Einteilung von A++, A+, A bis G, wobei A++ die beste Klasse darstellt und G die schlechteste. Bedenkt man die langjährige Nutzungsdauer der Geräte, bedeutet ein erhöhter Energieverbrauch auch höhere Unterhaltskosten, die sich im Laufe der Jahre zu einer beachtlichen Summe ansammeln können. Kauft man ein Gerät mit der Effizienzklasse A++ – entscheidet man sich für ein Produkt mit niedrigeren laufenden Kosten.
Klimagerät, Kältekreislauf und Kältemittel
Im Kältekreislauf einer Klimaanlage stellt das Kältemittel sozusagen das Transportmittel dar, um Wärmeenergie zu befördern. Dazu wird das gasförmige Kältemittel vom Kompressor des Außengeräts zunächst stark verdichtet. Im Wärmetauscher des Außengeräts gibt das Kältemittel überschüssige Wärme in die Umgebung ab und verflüssigt sich dadurch. Das flüssige Kältemittel wird nun nach innen transportiert. Dort vermindert ein sogenanntes Expansionsventil den Druck, so dass das Kältemittel im Wärmetauscher des Innengerätes verdampfen kann. Die nötige Energie dazu wird der Raumluft entzogen – die Klimaanlage kühlt. Das gasförmige Kältemittel wird im Kompressor wieder verdichtet und der Kreislauf beginnt aufs Neue. Soll die Klimaanlage heizen statt kühlen, kehrt sich dieser Kreislauf einfach um.
Wie funktioniert eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion?
In unserer Luft steht selbst im Winter eine unvorstellbar große Menge Energie zur Verfügung. Eine Wärmepumpe zur Nutzung dieser Wärme ist mit einfachster Installation die preisgünstigste Möglichkeit. Ein Ventilator saugt die Luft durch das Gerät, wo ihr Energie entzogen wird, die dann direkt an die Raumluft (Luft/Luft-Wärmepumpe) übertragen wird. Split-Klimaanlagen mit Wärmepumpenfunktion bestehen aus einem Innen- und einem Außengerät. Beide Geräte werden durch eine Kältemittelleitung verbunden. Im Kühlbetrieb entzieht das Innengerät der Raumluft Wärme und Luftfeuchtigkeit. Die Wärme wird zum Außengerät transportiert und dort an die Außenluft abgegeben. Im Heizbetrieb wird der Prozess umgekehrt. Das Außengerät entzieht der Außenluft die Wärme und transportiert diese über die Kältemittelleitung zum Innengerät. Dort kann die Wärme an die Raumluft abgegeben werden – es wird geheizt.
Wie nutzt die Wärmepumpe Sonnenenergie?
Für die Nutzung der Außenluft muss kein großer Aufwand betrieben werden. 75% der zum Heizen erforderlichen Energie bezieht die Wärmepumpe kostenlos aus der Umwelt. 25% Strom benötigt sie für den Antrieb, so entstehen 100 % Heizwärme. Mit einem kleinen Anteil hochwertiger Energie wird viel Wärme, die sonst nicht nutzbar ist, auf ein höheres Temperaturniveau „gepumpt“.
Wie schütze ich Klima und Natur?
Sie benötigen deutlich weniger fossile Brennstoffe (wie Gas, Öl usw.) und sparen damit bis zu 60?% der Betriebskosten. Dadurch reduziert sich automatisch auch der Ausstoß von Schadstoffen und CO2. Das schont die Umwelt nachhaltig.
Was ist der Schalldruckpegel?
Der Schalldruckpegel ist das Maß für das Laufgeräusch. Je niedriger der Wert ist, desto leiser läuft die Anlage. Viele Inneneinheiten laufen im Flüstermodus noch leiser als ein PC. Ebenso geräuscharm sind auch moderne Außeneinheiten. Zwischen 27 und 50 dB(A) entsprechen dem Geräuschpegel einer Spülmaschine – So werden sie im Haus nicht wahrgenommen und stören Ihre Nachbarn nicht.
Wie viel Wartung brauchen die Klimaanlagen?
Überprüfen und reinigen Sie regelmäßig die Filter. Sie können ebenfalls das Außengerät von Blättern und anderen Verschmutzungen befreien. Außerdem ist alle 2-3 Jahre eine Inspektion Ihrer Kälteklima-Fachfirma notwendig, um die Lebensdauer Ihres Klimagerätes von ca. 10 Jahren abzusichern.
Muss ich die Wärmepumpe genehmigen lassen?
Der Betrieb von Wärmepumpenheizungen ist beim zuständigen Energieversorger (Versorgungs-Netz-Betreiber – VNB) zu beantragen. Der Kunde erhält dabei einen sog. Wärmepumpentarif, dessen Schwachlastanteil um ein bis zwei Drittel unter dem marktüblichen Strompreis liegt. Hierfür ist ein zweiter Stromzähler zu installieren. Auch ist ein Drehstromanschluss vorzusehen.
Wird die Wärmepumpe gefördert?
Ja. Sowohl der Bund als auch die Bundesländer haben verschiedene Fördermaßnahmen aufgelegt. Auch Energieversorger unterstützen den Investor bei der Anschaffung einer Wärmepumpe einerseits mit Zuschüssen und andererseits mit speziellen günstigen Wärmepumpen-Stromtarifen. Für die Heizungsmodernisierung besteht die Möglichkeit, Finanzierungsprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch zu nehmen.
• Der Energieversorger berät über die günstigsten Tarife und Förderungen. Gelegentlich behält sich der Stromlieferant das Recht vor, die Wärmepumpe in Spitzenlastzeiten abzuschalten. Unter Umständen muss das bei der Auslegung der Wärmepumpenanlage berücksichtigt werden.
• Nimmt man eine Bundes- oder Landesförderung in Anspruch, muss in aller Regel die Beantragung und die Genehmigung vor dem Kauf bzw. der Fertigstellung erledigt sein. Ansonsten kann es passieren, dass die Anlage nicht gefördert wird.
Was ist beim Kauf zu beachten?
• Überlegen Sie, ob nur ein Raum oder direkt mehrere Räume klimatisiert werden sollen? Stellen Sie die Anzahl der Räume, die Himmelsrichtung und die Größe (in m2) der Wände und Fenster zusammen.
• Wenden Sie sich an einen Kälte-Klimafachbetrieb. Ein Beratungsgespräch bei Ihnen zu Hause ist in den meisten Fällen sinnvoll, um die örtlichen Bedingungen zu prüfen.
• Lassen Sie sich die erforderliche Raumkühllast für Ihre Zwecke nach VDI2078 ermitteln und legen Sie dann mit den Fachleuten das für Sie richtige System fest.
• Klären Sie im Beratungsgespräch folgendes ab:
• Kondensatabfuhr
• Stromanschluss
• Aufstellungs- oder Installationsort für Innen- und Außenteile
• Wärmepumpenfunktion zum Heizen
• Filter zum Reinigen der Umluft: Sind sie leicht zu wechseln und zu reinigen?
• Geräuschentwicklung innen und außen
• Garantierte Ersatzteilverfügbarkeit – wie lange möglich?
• Energieeffizienzklasse der Geräte
• Liefer- und Montagekosten
• Vergleichen Sie nicht nur die Anschaffungspreise, sondern auch die im Betrieb anfallenden Energiekosten. Für Qualitätsprodukte eines Markenherstellers mit einer Energieeffizienzklasse A investieren Sie am Anfang zwar etwas mehr, aber sparen Jahr für Jahr Ihr Geld durch den wesentlich geringeren Energiebedarf.
• Bei Anlagen mit Wärmepumpe sprechen Sie mit Ihrem Energieversorger über die günstigen Tarife und Förderungen. So gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Darlehen. Und auch Bund und Länder fördern den Einbau von Wärmepumpen je nach Art und Effizienz. Nähere Informationen finden sich zum Beispiel unter www.bafa.de (Suchwort: Wärmepumpen) im Internet.

Tipps zum Umgang mit Klimaanlagen
• Nicht nur Temperatur allein, sondern auch die relative Luftfeuchtigkeit im Raum sind ausschlaggebend für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit eines Menschen.
• Bei einer Raumtemperatur von z.B. 25°C und 50% – 55% relativen Luftfeuchtigkeit wird das Raumklima als behaglich empfunden. Je höher die relative Luftfeuchtigkeit steigt, desto unbehaglicher wird das Raumklima.
• Ein digitales Hygrothermometer zum Ablesen von Luftfeuchtigkeit und Temperatur gibt Aufschluss über das zur Zeit herrschende Raumklima.
• Zum Schutz vor sommerlicher Erkältung und zur Energie- und Kosteneinsparung sollte die Differenz zwischen der Außen- und Innentemperatur bei Außentemperaturen bis 26°C nicht mehr als 2-3°C, bei höheren Außentemperaturen 3-6°C betragen.